Solar-Wiki · Kategorie
PV-Technik & Komponenten
Alles zur Technik hinter einer PV-Anlage: Solarmodule, Wechselrichter, Batteriespeicher und die Kennzahlen, die über Ertrag und Effizienz entscheiden. 67 Begriffe in dieser Kategorie.
Abregelung und Ausfallarbeit
Technik FortgeschrittenAbregelung bezeichnet die Drosselung einer Erzeugungsanlage durch den Netzbetreiber wegen Netzengpässen. Die dadurch nicht erzeugte Strommenge heißt Ausfallarbeit und wird entschädigt. Seit dem 1. Oktober 2021 laufen Erneuerbaren-Anlagen ab 100 kW über das Redispatch 2.0 nach §§ 13, 13a EnWG; das frühere Einspeisemanagement ist abgelöst. 2025 lagen die Entschädigungen für abgeregelte EE-Anlagen bei rund 433 Millionen Euro.
AC- vs. DC-Kopplung
Technik FortgeschrittenBei DC-Kopplung wird der Speicher direkt an den Gleichstromkreis der PV-Anlage angeschlossen — effizienter (95–97 %). Bei AC-Kopplung steht der Speicher auf der Wechselstromseite — flexibler, aber mit mehr Umwandlungsverlusten (90–94 %).
Ausgleichsenergie
Technik FortgeschrittenAusgleichsenergie ist die Energie, die Übertragungsnetzbetreiber einsetzen, wenn ein Bilanzkreis von seinem Fahrplan abweicht. Abgerechnet wird sie viertelstündlich über den regelzonenübergreifenden einheitlichen Bilanzausgleichsenergiepreis (reBAP). Für PV-Direktvermarkter sind Prognosefehler damit ein direkter Kostenfaktor.
Batteriespeicher
TechnikEin Batteriespeicher (Stromspeicher) speichert überschüssigen Solarstrom für den späteren Eigenverbrauch. Lithium-Eisenphosphat (LFP) ist die dominierende Technologie mit 10.000+ Ladezyklen und über 20 Jahren Lebensdauer.
Bifaziale Module
Technik FortgeschrittenBifaziale Solarmodule nutzen Sonnenlicht von Vorder- und Rückseite. Durch die reflektierte Strahlung (Albedo) auf der Rückseite erzielen sie 5–25 % Mehrertrag gegenüber konventionellen Modulen — besonders auf hellen Untergründen.
Blindleistung
Technik ExperteBlindleistung ist der Anteil der elektrischen Leistung, der nicht in Nutzenergie umgewandelt wird, sondern zwischen Erzeuger und Netz pendelt. PV-Wechselrichter müssen auf Anforderung des Netzbetreibers Blindleistung bereitstellen, um die Netzspannung zu stabilisieren.
Blitzschutz für PV-Anlagen
Technik FortgeschrittenEine PV-Anlage macht einen Blitzschutz nicht automatisch zur Pflicht, aber ein bestehendes Blitzschutzkonzept muss bei Modulinstallation angepasst werden. Innerer Überspannungsschutz ist für jede PV-Anlage dringend empfohlen.
Brandgefahr bei Batteriespeichern
Technik FortgeschrittenLithium-Batteriespeicher können bei thermischem Durchgehen brennen oder explodieren, doch die tatsächliche Brandwahrscheinlichkeit liegt laut einer RWTH-Aachen-Studie bei nur 0,0049 Prozent pro Jahr — etwa 50-mal niedriger als bei allgemeinen Hausbränden und im Bereich klassischer Haushaltsgeräte. Korrekter Aufstellort, Qualität von Installation und BMS sowie die Zellchemie senken das Restrisiko weiter.
Brandschutz für PV-Anlagen
Technik FortgeschrittenPV-Anlagen sind nicht brandgefährlicher als andere Elektroinstallationen. Das Hauptrisiko liegt im DC-Lichtbogen bei beschädigten Kabeln. Modulnahe Abschaltung und korrekte Kennzeichnung minimieren das Restrisiko für Bewohner und Einsatzkräfte.
DC-Freischalter und Feuerwehrschalter
Technik FortgeschrittenDer DC-Freischalter trennt die Gleichstromleitung zwischen Solarmodulen und Wechselrichter spannungsfrei. Der sogenannte Feuerwehrschalter reduziert die DC-Spannung an der Modulleitung auf ein sicheres Niveau, damit Einsatzkräfte bei einem Brand gefahrlos arbeiten können. Seit der Überarbeitung der VDE-AR-E 2100-712 und der Anforderungen der Feuerwehren ist die DC-Freischaltung ein fester Bestandteil jeder neuen PV-Installation.
Degradation
Technik FortgeschrittenDegradation bezeichnet den natürlichen Leistungsverlust von Solarmodulen über die Zeit. Moderne Module verlieren nur 0,3–0,5 % Leistung pro Jahr — nach 25 Jahren liefern sie noch über 85 % der ursprünglichen Leistung.
Einheitenzertifikat
Technik FortgeschrittenDas Einheitenzertifikat bestätigt, dass eine einzelne Erzeugungseinheit — meist der Wechselrichter — die elektrotechnischen Anforderungen der jeweiligen Netzebene erfüllt. Es wird von einer akkreditierten Prüfstelle für den Gerätetyp ausgestellt und ist Voraussetzung für die Netzanmeldung nahezu jeder PV-Anlage in Deutschland.
Energiemanagementsystem (HEMS)
Technik FortgeschrittenEin Home Energy Management System (HEMS) steuert PV-Anlage, Speicher, Wärmepumpe und Wallbox intelligent — basierend auf Erzeugung, Verbrauch, Wetter und Strompreis. Es maximiert den Eigenverbrauch und minimiert die Stromkosten.
Erdung und Potentialausgleich bei PV-Anlagen
Technik FortgeschrittenBei PV-Anlagen sind drei Dinge auseinanderzuhalten: der Schutzpotentialausgleich für Wechselrichter und Metallgehäuse, der Funktionspotentialausgleich des Montagegestells und der Blitzschutzpotentialausgleich, wenn ein äußeres Blitzschutzsystem vorhanden ist. DIN EN 62305-3 Beiblatt 5 nennt 6 mm² Cu für das Gestell bei eingehaltenem Trennungsabstand und 16 mm² Cu, wenn der Abstand nicht eingehalten werden kann. Ausführung und Prüfung sind Aufgabe der Elektrofachkraft.
Fassaden-Photovoltaik
Technik FortgeschrittenFassaden-Photovoltaik bezeichnet vertikal angebrachte Solarmodule an Gebäudefassaden. Sie liefert über das Jahr rund 60 bis 70 Prozent des Ertrags einer vergleichbaren Süddachanlage, glättet aber das saisonale Profil deutlich: Im Winter und bei niedrigem Sonnenstand erzeugt eine Südfassade mehr Strom als ein Südost-Dach. Damit ist Fassaden-PV vor allem in Kombination mit Dachanlagen und hohem Winterverbrauch interessant.
Flexible Netzanschlussvereinbarung
Technik FortgeschrittenEine flexible Netzanschlussvereinbarung ist ein Vertrag zwischen Netzbetreiber und Anlagenbetreiber, der die maximale Wirkleistungseinspeisung am Netzanschlusspunkt begrenzt. Dadurch kann eine Anlage mit mehr installierter Leistung angeschlossen werden, als der Anschlusspunkt an Spitzenleistung aufnehmen könnte. Das Netzanschlusspaket will das Instrument stärken und erlaubt auch, dass sich mehrere Projekte einen Anschlusspunkt teilen. Europarechtlich ist es in Art. 6a der Elektrizitätsbinnenmarkt-Richtlinie verankert.
Floating-Photovoltaik: Schwimmende Solaranlage
Technik FortgeschrittenFloating-Photovoltaik bezeichnet Solaranlagen, deren Module auf Schwimmkörpern auf Wasserflächen montiert sind. Deutschland hatte Ende 2025 rund 44 Megawatt-Peak schwimmender Leistung in Betrieb, weitere etwa 80 Megawatt-Peak waren in Planung oder Bau. Der Ausbau ist durch strenge Auflagen im Wasserhaushaltsgesetz begrenzt: maximal 15 Prozent der Wasserfläche, mindestens 40 Meter Uferabstand.
Glas-Glas-Module
Technik FortgeschrittenGlas-Glas-Module sind Solarmodule, bei denen die Rückseite nicht durch eine Kunststofffolie, sondern durch eine zweite Glasscheibe geschützt ist. Diese Bauweise erhöht die Lebensdauer, ermöglicht Bifazialität und führt zu deutlich längeren Leistungsgarantien. Viele Hersteller gewähren bei Glas-Glas 30 Jahre Produktgarantie — deutlich mehr als bei Glas-Folie-Modulen.
Großbatteriespeicher
Technik FortgeschrittenGroßbatteriespeicher (Battery Energy Storage Systems, BESS) sind stationäre Lithium-Ionen-Speicher im MW- und MWh-Bereich. Sie verschieben Strom zeitlich, erbringen Regelleistung und stabilisieren das Netz. Der deutsche Markt wuchs 2025 stark: Die Großspeicher-Kapazität (≥1 MW / 1 MWh) verdoppelte sich, Q1 2026 brachte einen Zubau von rund 1 GWh in dieser Klasse allein. Die in Betrieb befindlichen Großspeicher addieren sich auf etwa 4,6 GWh – das größte Einzelprojekt entsteht mit RWE Gundremmingen (400 MW / 700 MWh).
Hagelschaden an der Solaranlage
TechnikSolarmodule müssen nach IEC 61215 einen Hageltest mit 25 mm großen Eiskugeln bei rund 83 km/h bestehen, was der Hagelwiderstandsklasse HW2/HW3 entspricht. Bei stärkerem Hagelschlag können Modulglas und Zellen dennoch beschädigt werden; Schäden sind in der Regel über die Wohngebäude- oder eine separate PV-Versicherung abgedeckt, sofern die Anlage dort gemeldet wurde.
Heterojunction-Solarzellen (HJT)
Technik ExperteHeterojunction-Zellen (HJT, früher auch HIT) kombinieren kristallines Silizium mit dünnen Schichten aus amorphem Silizium. Die Struktur erlaubt extrem hohe Leerlaufspannungen und einen außergewöhnlich guten Temperaturkoeffizienten. Kommerzielle HJT-Module erreichen Wirkungsgrade bis etwa 24,5 % und sind im Premiumsegment fest etabliert.
Hotspots in Solarmodulen
Technik FortgeschrittenEin Hotspot ist eine lokal überhitzte Stelle in einem Solarmodul. Sie entsteht, wenn eine Zelle durch Verschattung, Zellriss oder Kontaktfehler weniger Strom liefert als die übrigen Zellen des Strings und dadurch als Verbraucher arbeitet. Bypass-Dioden begrenzen das Risiko, beseitigen es aber nicht. Erkannt werden Hotspots mit Thermografie und Elektrolumineszenz.
Hybridwechselrichter
Technik FortgeschrittenEin Hybridwechselrichter verbindet Photovoltaik, Batteriespeicher und das öffentliche Stromnetz in einem Gerät. Er regelt die Ladesteuerung des Speichers, die Einspeisung ins Netz und den Eigenverbrauch. Viele Modelle bieten zusätzlich eine Notstrom- oder Inselbetriebsfunktion bei Netzausfall.
IBC-Solarzellen
Technik ExperteIBC-Solarzellen (Interdigitated Back Contact) verlagern die gesamte Kontaktierung auf die Zellrückseite. Die Vorderseite bleibt frei von Busbars und Leiterbahnen, was optische Verluste minimiert und den höchsten kommerziellen Wirkungsgrad aller Silizium-Einzelzellen ermöglicht — über 25 % im Modul. IBC ist das Premium-Segment im Heimmarkt.
Indach-Montage PV
Technik FortgeschrittenBei der Indach-Montage werden Solarmodule nicht auf die bestehende Dacheindeckung aufgesetzt, sondern bündig in die Dachhaut integriert. Die Module ersetzen Dachziegel auf einer definierten Fläche und bilden eine ebene Oberfläche mit der umgebenden Eindeckung. Die Lösung ist optisch eleganter als Aufdachanlagen, stellt aber höhere Anforderungen an Dichtigkeit und Hinterlüftung.
Inselbetrieb bei Photovoltaik
Technik FortgeschrittenInselbetrieb bezeichnet den dauerhaften Betrieb einer PV-Anlage vollständig ohne Netzanschluss — im Unterschied zu Notstrom und Ersatzstrom, die kurzfristig bei einem Netzausfall einspringen. Insel-Systeme benötigen schwarzstartfähige Wechselrichter, ausreichend dimensionierte Speicher und oft ein zusätzliches Backup wie einen Generator.
Intelligentes Messsystem (iMSys): Pflicht, Kosten, Ablauf
TechnikEin intelligentes Messsystem (iMSys) besteht aus einer modernen Messeinrichtung und einem Smart-Meter-Gateway, bei PV-Anlagen über 7 kW zusätzlich aus einer Steuerungseinrichtung. Der Einbau ist nach § 29 MsbG Pflicht bei mehr als 6.000 kWh Jahresverbrauch, bei Erzeugungsanlagen über 7 kW und bei steuerbaren Verbrauchseinrichtungen nach § 14a EnWG. Für PV-Anlagen bis 15 kW darf der Anschlussnutzer höchstens 50 Euro pro Jahr zahlen, die Steuerungseinrichtung kostet bis zu 50 Euro zusätzlich. Zum 30. Juni 2026 waren 5,9 Prozent aller Messlokationen ausgestattet.
Jahresarbeitszahl (JAZ) der Wärmepumpe
Technik FortgeschrittenDie Jahresarbeitszahl (JAZ) ist das Verhältnis aus jährlich abgegebener Wärme und aufgenommenem Strom einer Wärmepumpe – gemessen unter realen Betriebsbedingungen über mindestens eine Heizperiode. Anders als der Labor-COP bildet sie die tatsächliche Anlageneffizienz ab. Typisch erreichen Luft-Wasser-Wärmepumpen JAZ-Werte von 2,5 bis 4,0, Sole-Wasser-Anlagen 3,5 bis 5,0 und Wasser-Wasser-Anlagen 4,5 bis 5,5.
Kilowatt-Peak (kWp)
TechnikKilowatt-Peak (kWp) ist die standardisierte Maßeinheit für die Nennleistung von Solarmodulen unter Standard-Testbedingungen (STC: 1.000 W/m² Einstrahlung, 25 °C Zelltemperatur, Luftmasse AM 1,5).
Leistungsoptimierer
Technik FortgeschrittenLeistungsoptimierer (DC-Optimierer) werden an einzelne Solarmodule angeschlossen und ermöglichen modulindividuelles Maximum Power Point Tracking. Sie minimieren Ertragsverluste durch Verschattung, Verschmutzung oder unterschiedliche Modulausrichtungen.
Lichtbogenerkennung (AFCI)
Technik ExperteEin Arc Fault Circuit Interrupter (AFCI) überwacht den DC-Kreis einer PV-Anlage auf das Hochfrequenzrauschen eines Lichtbogens und unterbricht den Stromfluss, bevor Kabel oder Steckverbinder zünden. Die Prüfnorm IEC 63027 ist seit 2023 veröffentlicht und seit 2024 als DIN EN IEC 63027 übernommen. In den USA ist die Funktion seit 2011 vorgeschrieben, in Deutschland bleibt sie eine Ausstattungsoption.
Lithium-Eisenphosphat-Batteriespeicher (LFP)
Technik FortgeschrittenLithium-Eisenphosphat (LFP) hat sich als dominierende Zellchemie für PV-Heimspeicher durchgesetzt: Die stabile Olivin-Kristallstruktur macht LFP-Zellen thermisch deutlich stabiler als NMC-Zellen, kobalt- und nickelfrei sowie langlebiger, während NMC nur bei der Energiedichte punktet. 2024/2025 basieren über 95 Prozent der neu installierten Heimspeicher in Deutschland auf LFP.
Mikrowechselrichter
Technik FortgeschrittenEin Mikrowechselrichter ist ein sehr kleiner Wechselrichter, der einem einzelnen Solarmodul oder einer Modulgruppe von zwei bis vier Modulen direkt zugeordnet ist. Im Gegensatz zum zentralen Stringwechselrichter erfolgt die Gleichstromwandlung unmittelbar am Modul. Diese Topologie reduziert Verschattungsverluste und erleichtert den modulweisen Ausbau.
Modulwirkungsgrad
TechnikDer Modulwirkungsgrad gibt an, wie viel Prozent der einfallenden Sonnenenergie in elektrischen Strom umgewandelt wird. Moderne monokristalline Module erreichen 21–24 %, Hochleistungsmodule (TOPCon, HJT) bis 24 %.
MPP-Tracker
Technik FortgeschrittenEin MPP-Tracker (Maximum Power Point Tracker) ist ein Algorithmus im Wechselrichter, der den Arbeitspunkt der Solarmodule kontinuierlich an den Punkt maximaler Leistung anpasst. Da sich der optimale Betriebspunkt mit Einstrahlung, Temperatur und Verschattung ständig ändert, ist ein schnelles und präzises Tracking die Grundlage für maximalen Ertrag.
Natrium-Ionen-Batterien
Technik FortgeschrittenNatrium-Ionen-Batterien nutzen Natrium statt Lithium als Ladungsträger. Sie sind günstiger, sicherer und unabhängig von kritischen Rohstoffen. Erste Heimspeicher kommen 2025/2026 auf den Markt — mit geringerer Energiedichte, aber niedrigerem Preis als LFP.
Netzverknüpfungspunkt
Technik FortgeschrittenDer Netzverknüpfungspunkt ist die Stelle im Stromnetz, an der eine Erzeugungsanlage angeschlossen wird. § 8 EEG legt fest, dass grundsätzlich der in Luftlinie nächstgelegene geeignete Punkt maßgeblich ist – es sei denn, ein anderer ist technisch und gesamtwirtschaftlich günstiger. Für Anlagen bis 30 kW auf einem Grundstück mit bestehendem Netzanschluss gilt der vorhandene Hausanschluss kraft Gesetz als günstigster Punkt. Die Anschlusskosten trägt der Anlagenbetreiber.
Notstrom bei PV-Anlagen nachrüsten
Technik FortgeschrittenNotstromfähigkeit bedeutet, dass eine PV-Anlage mit Speicher bei Netzausfall weiter Strom liefert. Man unterscheidet zwischen Notstrom (einzelne Steckdose), Ersatzstrom (ganzes Hausnetz) und Inselbetrieb (vollständig netzunabhängig).
Nulleinspeisung
Technik FortgeschrittenNulleinspeisung bedeutet, dass eine PV-Anlage keinen Strom ins öffentliche Netz einspeist. Der Wechselrichter drosselt die Erzeugung, sobald der Eigenverbrauch gedeckt ist. Ohne Vergütungsvertrag wird die Anlage abgeriegelt.
Performance Ratio
Technik FortgeschrittenDie Performance Ratio (PR) gibt an, wie viel des theoretisch möglichen Ertrags eine PV-Anlage tatsächlich erreicht. Moderne Anlagen erzielen eine PR von 80–90 % — Verluste entstehen durch Temperatur, Wechselrichter und Verschmutzung.
Perowskit-Solarzellen
Technik ExpertePerowskit-Solarzellen sind eine Zukunftstechnologie, die in Kombination mit Silizium (Tandem) Wirkungsgrade über 33 % erreicht. Die Marktreife wird für 2027–2030 erwartet — das Potenzial für günstigere und effizientere Module ist enorm.
PID (Potential Induced Degradation)
Technik ExpertePotential Induced Degradation (PID) entsteht, wenn zwischen den Solarzellen und dem geerdeten Modulrahmen eine hohe Spannung anliegt und Feuchte sowie Wärme Leckströme durch Glas und Verkapselung ermöglichen. Die Folge sind Shunts in den Zellen (PID-s) oder eine Polarisation der Zelloberfläche (PID-p) mit Leistungsverlusten bis über 30 Prozent. PID-resistente Materialien, die Prüfung nach IEC TS 62804-1 und Anlagenmaßnahmen wie Potenzialverschiebung halten das Risiko klein.
Regelenergie mit Batteriespeichern
Technik ExperteRegelenergie hält die Netzfrequenz bei 50 Hertz. Die Übertragungsnetzbetreiber beschaffen sie in drei Produkten: Primärregelleistung (FCR, 30 Sekunden), Sekundärregelleistung (aFRR, 5 Minuten) und Minutenreserve (mFRR, 12,5 Minuten). Batteriespeicher dominieren seit 2023 die FCR: Zum 1. Januar 2026 waren 1,35 GW Batterieleistung präqualifiziert, bei einem deutschen Bedarf von rund 550 bis 600 MW. Die Folge sind sinkende Regelleistungspreise und die Verlagerung der Speichererlöse in den Spotmarkt.
Reinigung von Solarmodulen
TechnikVerschmutzte Solarmodule verlieren 1 bis 5 Prozent Ertrag pro Jahr. In den meisten Fällen reicht natürlicher Regen aus. Professionelle Reinigung lohnt sich bei flach geneigten Modulen, landwirtschaftlicher Umgebung oder erkennbarem Ertragsrückgang.
Rundsteuerempfänger PV: Pflicht ab 25 kWp?
Technik FortgeschrittenEin Rundsteuerempfänger überträgt Steuersignale des Netzbetreibers an eine PV-Anlage, um die Einspeiseleistung bei Bedarf ferngesteuert zu reduzieren. Für Anlagen zwischen 25 und 100 kWp ist die Fernsteuerbarkeit seit dem 25. Februar 2025 Pflicht — bis zum Einbau eines intelligenten Messsystems übernimmt meist ein klassischer Rundsteuerempfänger diese Aufgabe.
Second-Life-Batteriespeicher
Technik FortgeschrittenSecond-Life-Batteriespeicher entstehen aus Traktionsbatterien von Elektrofahrzeugen, die nach dem Ausscheiden aus dem Fahrzeugbetrieb bei etwa 70 bis 80 Prozent Restkapazität eine zweite Nutzungsphase als stationärer Speicher erhalten. Sie können je nach Anwendung deutlich günstiger als Neubatterien sein, mit begrenzterer Lebensdauer und höherem Integrationsaufwand.
Smart Meter
TechnikSmart Meter ist der Oberbegriff für digitale Stromzähler. Zu unterscheiden sind die moderne Messeinrichtung ohne Kommunikationsanbindung und das intelligente Messsystem mit Smart-Meter-Gateway. Für PV-Anlagen über 7 kW ist das intelligente Messsystem Pflicht. Zum Stichtag 31.12.2025 lag die Pflichteinbau-Quote nach Angaben der Bundesnetzagentur bei 23,3 Prozent; das gesetzliche Zwischenziel von 20 Prozent wurde damit erreicht.
Smart-Meter-Gateway (SMGW)
Technik FortgeschrittenDas Smart-Meter-Gateway ist die zertifizierte Kommunikationseinheit eines intelligenten Messsystems. Es sammelt Zählwerte, verschlüsselt sie und leitet sie an berechtigte Marktteilnehmer weiter. Über die CLS-Schnittstelle empfängt es Steuerbefehle für PV-Anlagen und steuerbare Verbraucher. Grundlage sind die BSI-Richtlinie TR-03109 und das Schutzprofil PP-0073.
Solarcarport
TechnikEin Solarcarport ist ein Carport mit integrierter Photovoltaikanlage. Je nach Größe trägt das Dach 3 bis 10 kWp und erzeugt zwischen 2.700 und 9.000 kWh Strom pro Jahr. Schlüsselfertige Systeme kosten 2026 zwischen 8.000 und 25.000 Euro – die Kombination mit einer Wallbox ermöglicht direktes Solarladen des E-Autos.
Solardachziegel und BIPV
Technik FortgeschrittenSolardachziegel kombinieren Dacheindeckung und Stromerzeugung in einem Bauteil. Sie ersetzen klassische Ziegel oder Schindeln und bilden gemeinsam mit Indach-PV-Systemen das Segment der gebäudeintegrierten Photovoltaik (BIPV). Der Wirkungsgrad liegt unter klassischen Aufdachmodulen, die Integration ist aber optisch und baurechtlich oft die einzige Option — etwa im Denkmalschutz oder bei Neubauten mit strikten Gestaltungssatzungen.
Solarzaun: Ertrag, Kostenfaktoren, Genehmigung, Netzanschluss
TechnikEin Solarzaun (Zaun-PV, PV-Zaun) besteht aus senkrecht aufgestellten bifazialen Glas-Glas-Modulen, die zugleich als Grundstückseinfriedung dienen. In Ost-West-Ausrichtung liefern sie pro kWp rund 70 bis 90 Prozent des Ertrags einer Süddachanlage, verteilt auf eine Morgen- und eine Abendspitze mit flacher Mittagsdelle. Einfriedungen bis 2 Meter sind in den meisten Landesbauordnungen im Innenbereich verfahrensfrei, Netzanschluss und MaStR-Registrierung laufen wie bei einer Dachanlage. Im Marktstammdatenregister sind rund 6.500 Freiflächenanlagen unter 30 kWp registriert, das statistische Zuhause der Solarzäune.
Speicherverluste
Technik FortgeschrittenEin Batteriespeicher verliert bei jedem Lade-/Entladezyklus 4–10 % der gespeicherten Energie (Roundtrip-Effizienz 90–96 %). Hinzu kommen Stand-by-Verluste von 1–5 % pro Tag und kalendarische Alterung.
Steuerbox (FNN-Steuerbox)
Technik FortgeschrittenDie Steuerbox ist die Steuerungseinrichtung im intelligenten Messsystem. Sie empfängt Befehle über die CLS-Schnittstelle des Smart-Meter-Gateways und setzt sie in Schaltvorgänge um, etwa die Abregelung des Wechselrichters. Sie ist nach VDE-FNN-Lastenheft genormt und löst den bisherigen Rundsteuerempfänger ab.
String-Wechselrichter
Technik FortgeschrittenEin String-Wechselrichter wandelt den Gleichstrom eines oder mehrerer Modulstrings zentral in netzkonformen Wechselstrom um. Er ist die am weitesten verbreitete Wechselrichter-Topologie für Hausdach- und Gewerbeanlagen. Die zentrale Bauweise ermöglicht hohe Wirkungsgrade und niedrige Kosten pro Watt, setzt aber eine durchdachte Stringplanung voraus.
Stromcloud (Cloudspeicher) für Photovoltaik
TechnikEin Cloudspeicher ist ein virtueller Stromspeicher: Überschüssiger PV-Strom wird ins Netz eingespeist und als Guthaben verbucht. Bei Bedarf wird Strom aus der Cloud zurückbezogen. Marktübliche Grundgebühren 2026: 20-65 Euro pro Monat. In den meisten Konstellationen ist der physische Hausspeicher wirtschaftlicher – der Cloudspeicher rechnet sich nur als Ergänzung mit ausgeglichenem Einspeise-Bezug-Verhältnis.
Thermografie für PV-Anlagen
Technik FortgeschrittenThermografie ist das wichtigste Werkzeug zur zerstörungsfreien Fehlerdiagnose an PV-Anlagen. Infrarotkameras machen thermische Anomalien wie Hotspots, PID-Schäden und Bypass-Dioden-Defekte sichtbar, die im normalen Betrieb unentdeckt bleiben.
TOPCon-Solarzellen
Technik ExperteTOPCon (Tunnel Oxide Passivated Contact) ist die aktuell dominierende Solarzellentechnologie im Weltmarkt. Die Zellen erreichen kommerzielle Wirkungsgrade von 22–24 % und haben seit 2023 die bis dahin führende PERC-Technologie abgelöst. Die Herstellung läuft auf weitgehend bestehenden PERC-Produktionslinien, was den schnellen Umstieg ermöglicht hat.
Überspannungsschutz für PV-Anlagen
Technik FortgeschrittenÜberspannungsschutzgeräte (SPD) schützen Wechselrichter und Elektronik einer PV-Anlage vor Spannungsspitzen durch Ferneinschläge, Schalthandlungen oder induktive Einkopplung. Auf der AC-Seite ist ein Typ-2-Ableiter nach DIN VDE 0100-443 in der Regel Pflicht, auf der DC-Seite hängt die Anforderung vom Trennungsabstand zu einem vorhandenen äußeren Blitzschutzsystem ab.
Vehicle-to-Grid (V2G)
Technik FortgeschrittenVehicle-to-Grid (V2G) ermöglicht es, Strom aus der Batterie eines Elektroautos ins Stromnetz oder ins Haus (V2H) zurückzuspeisen. Das E-Auto wird zum mobilen Speicher — mit Batterien von 40–100 kWh deutlich größer als jeder Heimspeicher.
Volllastviertelstunde
Technik ExperteDie Volllastviertelstunde ist die Abrechnungseinheit, mit der das EEG die Verlängerung des Vergütungszeitraums bei negativen Strompreisen bemisst. Für Solaranlagen wird die Zahl der ausgefallenen Viertelstunden mit dem Faktor 0,5 multipliziert und aufgerundet. Der Verlängerungsanspruch für PV wird damit halbiert.
Wandlermessung: Ab wann PV-Anlagen Stromwandler brauchen
Technik FortgeschrittenBei der Wandlermessung (halbindirekte Messung) misst der Stromzähler nicht den vollen Laststrom, sondern einen über Stromwandler heruntergesetzten Sekundärstrom. Die VDE-AR-N 4100 sieht Direktmessung bis 63 A vor, darüber Wandlermessung bis 1.000 A. Weil PV-Anlagen stundenlang mit Dauerstrom einspeisen, fordern Netzbetreiber die Wandlermessung häufig schon ab 44 A, das entspricht etwa 30 kVA. Die Stromwandler stellt nach dem BDEW-Musterwortlaut 2026 der Messstellenbetreiber.
Wechselrichter für Photovoltaikanlagen
TechnikEin Wechselrichter (Inverter) wandelt den Gleichstrom (DC) der Solarmodule in netzkonformen Wechselstrom (AC) um. Er ist die zentrale Steuerungseinheit jeder PV-Anlage und optimiert über MPPT die Leistungsausbeute.
Wechselrichter-Garantie
TechnikDie Wechselrichter-Garantie ist die freiwillige Zusage des Herstellers, ein defektes Gerät innerhalb eines festgelegten Zeitraums zu reparieren oder zu ersetzen. Standardmäßig liegen die Laufzeiten zwischen 5 und 12 Jahren, viele Hersteller bieten eine kostenlose oder kostenpflichtige Verlängerung auf bis zu 20 Jahre — meist an eine fristgerechte Produktregistrierung geknüpft.
Wechselrichter-Lebensdauer
TechnikEin Wechselrichter hält im Durchschnitt 10 bis 15 Jahre und damit deutlich kürzer als die Solarmodule einer PV-Anlage. Eine Studie der Berner Fachhochschule zeigt, dass mehr als 65 Prozent der untersuchten Geräte bis zum 15. Betriebsjahr störungsfrei laufen, danach steigt die Ausfallwahrscheinlichkeit spürbar an.
Wechselrichter-Wirkungsgrad
Technik FortgeschrittenDer Wechselrichter-Wirkungsgrad beschreibt, welcher Anteil des eingehenden Gleichstroms als nutzbarer Wechselstrom ins Netz oder Hausnetz gelangt. Für die Praxis relevant ist vor allem der Europäische Wirkungsgrad, der die typischen Teillastbereiche eines deutschen Standorts gewichtet abbildet. Moderne Geräte erreichen dabei 96 bis über 98 Prozent.
Zentralwechselrichter
Technik FortgeschrittenEin Zentralwechselrichter sammelt den Gleichstrom vieler Modulstrings einer Freiflächen- oder Großanlage und wandelt ihn in einem einzigen leistungsstarken Gerät zentral in Wechselstrom um. Er dominiert im Solarpark-Segment ab mehreren Megawatt, während gewerbliche Dachanlagen heute überwiegend mit String-Wechselrichtern ausgestattet werden.
Zweirichtungszähler: Was er misst und wer ihn einbaut
TechnikDer Zweirichtungszähler ist der Stromzähler am Netzanschluss einer PV-Anlage. Er führt zwei Register: 1.8.0 für den Bezug aus dem Netz und 2.8.0 für die Einspeisung. Ohne ihn lässt sich die Einspeisung weder abrechnen noch vergüten. Den Einbau organisiert der grundzuständige Messstellenbetreiber nach der Anmeldung der Anlage, für eine moderne Messeinrichtung sind höchstens 25 Euro brutto im Jahr zulässig.