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Wirtschaft Fortgeschritten · Zuletzt aktualisiert: 29.07.2026

Netzentgelte

Netzentgelte sind Gebühren für die Nutzung des Stromnetzes. Für Haushalte liegen sie 2026 nach BDEW-Angaben bei 9,3 ct/kWh, nach 10,9 ct/kWh im Jahr 2025 — der Rückgang um 1,6 ct/kWh geht wesentlich auf einen Bundeszuschuss von 6,5 Milliarden Euro zurück. Für PV-Betreiber sind Netzentgelte relevant, weil selbst erzeugter Strom diese Kosten vermeidet und §14a EnWG zusätzliche Reduktionen ermöglicht.

Was sind Netzentgelte?

Netzentgelte sind die Gebühren für den Transport von Strom durch das Stromnetz. Sie werden von den Netzbetreibern erhoben und von der Bundesnetzagentur reguliert.

Höhe 2026

JahrNetzentgelt Haushalte (BDEW)
202510,9 ct/kWh
20269,3 ct/kWh

Der Rückgang um 1,6 ct/kWh ist keine Folge sinkender Netzkosten, sondern wesentlich auf einen Bundeszuschuss von 6,5 Milliarden Euro zu den Übertragungsnetzentgelten zurückzuführen. Für 2027 sinkt dieser Zuschuss auf rund 5,5 Milliarden Euro – der Entlastungseffekt fällt dann geringer aus, während die zugrunde liegenden Netzkosten weiter steigen.

Zusätzlich zum allgemeinen Netzentgelt wird 2026 ein Aufschlag für besondere Netznutzung von 1,56 ct/kWh bundeseinheitlich erhoben.

Anteil am Strompreis

BestandteilAnteil 2025
Erzeugung/Beschaffung~35 %
Netzentgelte~25 %
Steuern/Abgaben~25 %
Vertrieb~15 %

Netzentgelte nach Region

Die Netzentgelte variieren stark je nach Netzbetreiber — ländliche Gebiete mit wenigen Verbrauchern haben oft höhere Entgelte:

RegionNetzentgelt (Haushalt)
Städtisch (z. B. Hamburg)6–8 ct/kWh
Ländlich (z. B. Mecklenburg-VP)10–14 ct/kWh
Bundesdurchschnitt~9 ct/kWh

Bedeutung für PV-Betreiber

Eigenverbrauch spart den gesamten Strompreis — inklusive Netzentgelt. Das macht Eigenverbrauch besonders in Regionen mit hohen Netzentgelten wirtschaftlich attraktiv.

Zusätzlich bietet §14a EnWG reduzierte Netzentgelte für steuerbare Verbraucher (Wärmepumpe, Wallbox) — eine Ersparnis von 100–200 €/Jahr.

Netzentgelt-Reform

Die künftige Netzentgeltsystematik wird im Festlegungsverfahren AgNes der Bundesnetzagentur entwickelt. Diskutiert werden unter anderem:

  • Stärkere Leistungskomponente statt nur Verbrauchskomponente
  • Bundesweite Angleichung statt regionaler Unterschiede
  • Zeitvariable Netzentgelte (günstiger bei geringer Netzlast)

Für Erzeugungsanlagen sind zwei weitere Punkte relevant: das diskutierte Einspeisenetzentgelt und der Baukostenzuschuss beim Netzanschluss. AgNes ist ein Regulierungsverfahren der Bundesnetzagentur und damit getrennt vom Gesetzgebungsverfahren zum Netzanschlusspaket – wer Zahlen zu künftigen Netzentgelten liest, sollte prüfen, aus welchem der beiden Verfahren sie stammen.

Häufige Fragen

Muss ich als PV-Betreiber Netzentgelte zahlen?

Nur für den Strom, den Sie aus dem Netz beziehen. Selbst erzeugter und verbrauchter Solarstrom ist frei von Netzentgelten — ein wesentlicher wirtschaftlicher Vorteil des Eigenverbrauchs.

Wie hoch sind die Netzentgelte 2026?

Für Haushaltskunden liegen die Netzentgelte 2026 nach BDEW-Angaben bei 9,3 ct/kWh, nach 10,9 ct/kWh im Jahr 2025. Der Rückgang um 1,6 ct/kWh geht wesentlich auf einen Bundeszuschuss von 6,5 Milliarden Euro zu den Übertragungsnetzentgelten zurück. Für 2027 ist der Zuschuss auf rund 5,5 Milliarden Euro veranschlagt — der Entlastungseffekt fällt dann geringer aus.

Was ändert sich bei den Netzentgelten?

Die zugrunde liegenden Netzkosten steigen weiter, weil der Netzausbau hohe Investitionen erfordert; die sichtbaren Entgelte 2026 sinken nur wegen des Bundeszuschusses. Parallel läuft das Festlegungsverfahren AgNes der Bundesnetzagentur zur künftigen Netzentgeltsystematik. Entlastungen gibt es über §14a EnWG für steuerbare Verbraucher wie Wärmepumpen und Wallboxen.
Themen:
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